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Von der Autobahntankstelle Stolpe, wo ein Rausfahrer in wenig wärmender Lederkombi zurückblieb, ging es Richtung Norden. Da konnten die sechs Rausfahrer auch nicht erwarten, dass die Kälte irgendwann abnimmt. Dafür stimmte die Optik: Klare Winterluft, schnell ziehende Wolken hinter kahlen Alleebäumen, heftige Schräglage auf gerade Strecke durch kräftigen Seitenwind, zwischendurch immer mal wieder etwas Sonne und eine traumhafte Streckenführung fast ausschließlich über Nebenstraßen, aber immer auf gepflasterter Strecke. Also mal wieder eine Tour für Straßenfahrer. Durch typische Alleen, untypische Kurven und über diverse Hügelchen zogen die Rausfahrer eine Schleife durchs nördliche Brandenburg und südliche McPomm. Station 1 hieß Ribbeck, bekannt durch den alten Birnenzüchter, der selbst auf seinem Grab nicht ohne sie auskam. Um Fontanes Erzählung touristischen Gewinn abzuringen, bemüht man sich seit einigen Jahren um den Anbau von Birnbäumen. Die Wurzel des einzig echten soll sich in der Gaststätte an der B5 befinden (war geschlossen). Sehenswert in Ribbeck sind außer dem Herrenhaus derer von Ribbeck (Altersheim) noch die Dorfkirche (war gerade Gottesdienst). Weiter ging es durchs Havelländische Luch über Friesack knapp an Neuruppin vorbei in die Rheinsberger Gegend und an die Mecklenburgische Seenplatte, vorbei am Zechliner See, Schwarzer See, Mirower See und Labussee zum Useriner See. Dort steht eine dem Verfall preisgegebene Wassermühle, die natürlich wieder den Entdeckergeist wachrief. Das mehrstöckige Ziegelgebäude ist schon ziemlich baufällig, aber eine Exkursion in den trockenen Kanal zu den vermuteten Wasserrädern wurde gewagt. Hier zeigte sich, dass die Mühle schon etwas moderner war, denn tief unter dem Bauwerk fanden wir im Schein der Taschenlampen zwei Wasserturbinen.
Ab Carpin ging es dann auf eine Nebenstraße, die mit einer Überraschung aufwartete: Zwischen Schmalem und Breitem Luzinsee direkt an der Brücke über deren Verbindungskanal steht das Restaurant und Hotel "Altes Zollhaus am Luzinsee". Bewertung: Vier Helme. Wir saßen in einem lauschigen Erker, auf einem Regal ein Taucherhelm aus Messing, daneben unsere aus schnödem Plastik. Der Blick aus dem Fenster fiel auf den schaumkronengezierten See mit dramatischen dunklen Wolken über dem hellen im Winter vertrockneten Schilfgürtel. Kalt sah es aus und es war auch kalt, nachdem Constanze abkassiert hatte und wir wieder auf die Straße mussten.
Peter G
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seit 12.3.00