Vielleicht war es die allzumorgenliche Zeit, jedenfalls fanden sich nur 6 Rausfahrer um 8:30 Uhr ein, um zur Rallye Monte Lugau zu fahren. Die Enduristen hatten sich bereits eine Stunde früher auf den Weg in den Süden gemacht. Nachdem die Frage,
wer denn überhaupt die Tour führt auch geklärt
war, konnte es losgehen.
Zeit hatten wir genug, denn der offzielle Start der Rallye war erst gegen
12 Uhr, und so konnten wir genüßlich viele kleine
Ortsstraßen abgrasen. Das klappte sogar ohne GPS und mit spontaner
Routenänderung des Rudelführers. Unser Weg führte uns
entlang der kurvenreichen B101 bis nach Luckenwalde, wo wir
dann auf die besagten Nebenstraßen abbogen. Über Jänickendorf,
Petkus, Dahme und Lebusa näherten wir uns unserem Ziel. Bei
Doberlug-Kirchhain - kurz vor dem Ziel - hatten wir einige
Orientierungsschwierigkeiten, aber da kamen wir in einem Simonschwarm. Dieser
Pulk aus ca. 70 Moppeds, der die Straße in Länge, Breite
und Höhe vollends blockierte, wies uns den richtigen Weg. Nur
bloß heil wieder da 'rauskommen. Geschafft.
Nachdem wir unsere Maschinen auf einem staubigen Acker abstellen durften,
hatten wir nur noch 3 km bis zur Startlinie zu laufen. Unterwegs
konnten wir bereits Kostproben von den Fahrkünsten der ostdeutschen
Jung-Schwalbe-isten nehmen. Hier wird sich noch ohne Helm (beinahe)
auf die Fresse gelegt. Erstaunlich
ist die Gelängigkeit dieser meist stark modifizierten
Geräte. Während sich die beiden Rausfahrergruppen Enduristen
und Straßenfahrer sich (wieder) gefunden hatten,
wurde bereits der Streckenverlauf unter die Lupe genommen.
Gestartet wurde in 3 Kategorien: Schwalbe, SR2 und Duo. Letzteres war ein
sogenanntes Versehrtenfahrzeug mit Schwalbetechnik, aber auf 3 Rädern.
Wie heutzutage in kleinen Dörfern üblich, wurde auch hier alles
tiefer gelegt und mit Subwoofern bestückt.
Die Rennstrecke selbst führte durch den Ort als Rundkurs, mit Le Mans-Start.
Für die Schwalben gab es zahlreiche "Sonderprüfungen" zu absolvieren:
Heuballen, Baumstämme und das besagte Schlammloch führten zur
allgemeinen Heiterkeitsausbrüchen (bei den Zuschauern), während
Fahrer und Material eine wahre Belastungsprobe zu überstehen hatten.
Naturgemäß fanden sich die meisten Zuschauer am Schlammloch ein. Die Orts-Feuerwehrgruppe sorgte auch regelmäßig für einen korrekten Füllstand.
Verreckte Schwalben, besser deren Fahrer, wurden gnadenlos
ausgebuht.
Den SR2s und den Duos wurden die martialischen Sonderprüfungen
erlassen. Hier konnte man ja schon froh sein, wenn diese Dinger bis
ins Ziel gekommen sind.
Insgesamt sollten 139 Starter diese Strecke überwinden. Soviel
Atem hatten wir dann noch nicht. Also gings dann zurück zum
Staubacker, Moppeds ausgraben. Die Straßenfahrer
führte der Weg über Calau, Burg, Beeskow, Storkow
zurück, nicht ohne unterwegs ein lecker Eis kredenzen zu lassen.
Obwohl sich die Straßen- und Endurofahrer nur recht lose für's
Marinella verabredet hatten, trafen alle Rausfahrer innerhalb von 10
Minuten dort ein.
Dirk
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